Servus miteinander,
jetzt ists ja doch schon eine Zeit lang her, dass ich hier her gekommen bin. Genau genommen 3 Monate und 20 Tage und damit ist meine Zeit hier auch schon zu einem Drittel rum. Schade eigentlich, denn trotz einigem Unistress gefällts mir hier schon ziemlich gut. Immerhin bleibt ja schon auch einige Zeit zum reisen, feiern und auch zum sporteln… jaja, für die dies ned glauben können, inzwischen hat sich meine Sportartikelsammlung um Rudi, meine Rennsau mit zwei Rädern und eine Kletterausrüstung erweitert.
Ohne wärs hier auch ein bisserl langweilig, denn vom Stadtbild her selbst ist Tucson jetzt ned soooo der Renner… ein paar nette Kneipen ( Plush kann einfach was!) und Restaurants gibts schon und das Univiertel ist auch echt schön, aber ansonsten ist die Stadt an sich schon eher hässlich. Aber das Umland ist dafür umso besser…. Berge, Wüste, geile Straßen fürs Rennrad und viele viele viele stachlige Kakteen ( ja mit dem MTB wärs hier schon lustig geworden Philipp ;-). Und, natürlich nicht zu vergessen, unmäßig viele Viecher. Von Klapperschlangen über Skorpione und Vogelspinnen zu farbenfrohen 10-cm-Heuschrecken und Mountainlions (die hab ich zum glück noch ned getroffen) kann man hier echt allem über den Weg laufen … teilweise schon bissl gruselig, aber man gewöhnt sich dran, des hilft ja nix. Man muss ja raus, weil in den Gebäuden würd man auf lange sicht erfrieren
(Sind die in Mexico und auf Hawaii auch so krass drauf mit Klimaanlagen?) Nur dem Gila-Monster bin ich in freier Natur leider noch nicht über den weg gelaufen…… Schaaaade, hat mir doch meine Mutter angeboten, die Strafe fürs Ärgern dieses gesetzlich geschützten (!) Viechs zu zahlen, wenn ichs für sie mitäregere und es mich beißt (jaja, man hätts halt zu gern mal gesehn).
Klimatechnisch wirds selbst hier auch schön langsam kühler… Tagsüber hats jetzt nur noch selten über 25°C und aufd Nacht kanns schon a mal auf ein paar wenige Gräder runterfallen. Aber zwecks Weihnachten in Shorts bin ich immer noch optimistisch :-P.
Deswegen sieht man hier jetzt auch immer mehr Rennradler und Wanderer, jetzt kommt hier die Saison, da gibts also einiges zu tun. Ausserdem gibts auf dem Mount Lemmen jetzt dann langsam Schnee, da werden wir (also ein paar Austausch-Kasperlköpfe und ich :P) jetzt dann wahrscheinlich mal mit Platzerln, Glühwein (kennen die hier sowas??) und Handschuhen bewaffnet hinfahren und die südlichste Schneeballschlacht unsres Lebens veranstalten… So Weihnachtszeit ganz ohne schnee wär ja doch a bissl komisch, und mit der Vorstellung von einem Christkaktus kann ich mich auch noch ned so ganz anfreunden.
Aber jetzt mal chronologisch, sonst find ich gar keinen roten Faden mehr.
Grad frisch angekommen war erst mal Haus und Auto suchen dran. Halbwegs durch die Anzeigen bei Craigslist gewurschtelt, kam von Ricky, einer Trierer Psychostudentin, gleich nach den ersten Tagen Tucson, noch ohne Wohnung und Auto, ein Anruf, ob ich denn nicht bei einem Vegas-Trip dabei wär… Sicher, warum auch nicht, also schnell noch einen Mietvertrag unterschreiben, sachen zu ricky bringen und ab nach Vegas. Völlig Irre, der erste große Kulturschock ;), aber lustig. Auch wenn wirs am ersten Tag nich mal zum Strip geschafft haben, weil er doch a bissl weit von der Jugendherberge war und der Ivan, der noch dabei war a bissl zu viel vom Tequila erwischt hat… aber am nächsten Tag dann, lecker Essen im Luxor und durch durch die Casinos.
Dann war erst mal wieder bissl organisatorisches dran, endlich mein Auto, einen Honda Akkord von 1994, finden und die ersten Wochen des Studiums hinbringen. Die waren dann leider auch gleich viel stressiger als erwartet und mit dem Arbeitsaufwand wirds dieses Semester auch so weitergehn, herbherbherb (aber nächstes dann nimmer so schlimm, dann könnens mich ja ruhig von der uni schmeißen wenn ich den Schnitt ned schaff
Wohlverdient gings dann also mit einer einer anderen Gruppe von diesmal nur deutschen Austauschstudis nach Page zum Glenn Canyon zum Campen, wo wir einfach nuuuur gechillt haben! Geil wars, Sonne ( Na gut auch regen und sturm dass ein paar zelte umgefallen sind, aber unsre habens überlebt), Sandstrand und Lake Powell.
Dann hieß es wieder eine Zeit lang studieren, studieren studieren, bis dann letztendlich einer der großen Outdoortrips war. Die Uni hier hat einen sogenannten “Outdoor-Adventure-Club”. Ein department, des gegen ein angemessenes Entgelt richtig geile geführte Outdoortrips anbietet. In meinem fall hieß das 3 Tage mit Schlafsack und Canoe den Colorado bis zum Hoverdam rauf zum Paddeln und wieder runter zu gurken. Richtig geil, endlich mal ein richtiges Abenteuer. In der ersten Nacht war gleich mal ein Sturm dass alles im Sand begraben wurde und nur wenige wegen der Kälte ein Auge zugedrückt haben. Dann konnts ja nur noch heiter werden, aber die Ausblicke auf dem Fluss, des gemeinsame Campen und der völlig abgeschottete Campingplatz hats dann richtig rausgerissen. Eine Halbstündiger Fußmarsch zum Klo, mit ausgesetzten Wegstrecken und Kletterstellen, das Camp unter freiem Himmel und Mahlzeiten, die selbst der Philipp nicht perverser zubereiten kann, haben das Abenteuer dann komplett gemacht. (Ja, also in sachen Frühstück kannst selbst du noch was für die Hütte lernen, Philipp). Ja, das Wochenende war dann auch viel zu schnell wieder rum und es ging wieder zum Lernen in die Uni, aber schon mit der aussicht auf die nächste Reise.
Vor 2 Wochen wars dann also so weit, Denis ( ein weiterer deutscher Physiker), Yvan (mein treuer Reise und Wandersgenosse) und ich konnten und ein paar Tage Uni aus dem Weg schaffen und uns in einen Flieger nach D.C. setzen. Yeeeeehhhaaw!
Ihr glaubt gar nicht mit welcher Freude ich die Hände nach dem Nieselregen ausgestreckt hab…. REGEN, feuchte luft, Gras, mähmäh, Bäume und Wolken….. sowas gibts! Der Wahnsinn. Da haben wir dann mal ein ganz anderes Amerika kennengelernt. Anstatt einstöckiger Schachteln mit Wellblechdach gibts wieder europäische Häuser, mit mehreren Stockwerken, öffentliche Verkehrsmittel und nicht Unmengen an Parkplätzen mit Autos, die größer sind als mein Zimmer in München. Anstatt haufenweise Supermärkten und Malls gibts kleine verwinkelte Straßencafés und Restaurants, teilweise auch mit anderen Speisen als Burgern (!) und Burritos. Die Menschen laufen wieder in Mänteln und Pullis rum und nicht mehr in Shorts und Flip flops und anstatt in Zelten steigt man als Student im Hilton ab (naja,31€ die nacht kann was). Und die Verwaltungseinrichtungen sind auch nicht aus dünnem Beton sondern aus Marmor und schaun auch recht pompös und antik aus. Ist ja auch alles von den Griechen geklaut, aber trotzdem schön. Da hab ich mich gleich wieder ein bisschen wie daheim gefühlt, bisschen Stadtluft schnuppern. Aber insgesamt sind die leute hier in Tucson ein bisserl mehr laid back und gechillter.
Dann gings also wieder hier her, und schon wieder wird weiter studiert, aber jetzt kommt der Endspurt. Zwei wochen sind noch übrig, dann kommen die Vorbereitungen für den ersten großen Roadtrip, 3 Wochen Mexico stehen ab dem 22.12 auf dem Programm. Ich sags doch, Weihnachten in shorts wird doch noch was ;).
So das war jetzt erst mal die erste runde, demnächst gibts dann mehr, besonders dann von Mexico hoffentlich. Vielleicht schaff ichs auch jetzt dann ein paar bilder hier rauf zu kriegen. Ansonsten gibts da schon mal ein paar
http://picasaweb.google.de/Bonsaischaf
Also dann, bis Bald,
euer Schaaaaaaf
Filed under: Tucson by schaf
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